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Studienreise nach Serbien - Landesinformation


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Serbien

Im Herzen des Balkans zwischen West- und Ostrom

Zentral auf der Balkan-Halbinsel gelegen, befindet sich Serbien, der größte Binnenstaat Südosteuropas mit annähernd 7,5 Millionen Einwohnern. Davon sind über achtzig Prozent serbischer Nationalität, von denen sich ein Großteil der serbisch-orthodoxen Kirche zugehörig fühlen. Die Verteilung anderer ethnischer und religiöser Minderheiten ist stark regional abhängig. In der autonomen Provinz Vojvodina leben neben den fast 300.000 Ungarn, auch zahlreiche kleinere Ethnien, so Slowaken, Ruthenen und Russinen. Im Südwesten Serbiens um Novi Pazar dagegen gibt es eine örtliche Dominanz von Muslimen.

Das Serbische zählt zu den südslawischen Sprachen mit seiner offiziellen Schrift in kyrillisch. Allerdings ist die latinisierte Form auch allerorten anzutreffen.

Für die neuere Geschichte bedeutend erwies sich die Einwanderung slawischer Stämme vor nunmehr 1500 Jahren in das nach der römischen Teilung von Konstantinopel verwaltete Gebiet. Ihre Christianisierung ging aber sowohl vom westlichen Rom, als auch vom östlichen Byzanz aus. Die Entscheidung, autokephaler Teil der orthodoxen Welt zu sein, fiel dann endgültig zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter König Stefan, während sein Bruder Sava der erste Erzbischof wurde. Bereits der Vater errichtete die Herrschaft der Nemanjiden-Dynastie, erweiterte das mittelalterliche serbische Reich und gilt als Begründer eines "Goldenen Zeitalters".

Die Blütezeit währte allerdings nur bis zur 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Den Nemanjiden fehlten die männlichen Nachkommen und der später heiliggesprochene Fürst Lazar befehligte ein gemeinschaftliches Heer gegen die Osmanen. Diese Schlacht auf dem kosovarischen Amselfeld führte zum Tod Lazars, der Mythenbildung und anfangs zur Bildung eines Vasallenstaates unter osmanischer Hoheit. Erst weitere Niederlagen im 15. Jahrhundert vollendeten und festigten die Herrschaft der Osmanen über das mittelalterliche Serbien für mehr als 300 Jahre.

Während dieser Zeit gab es vielfältige Migrationswellen, so die "Große Wanderung" der Serben von 1690 in die Bereiche der "Militärgrenze" des Habsburger Reiches oder die Ansiedlung der Donauschwaben in der Vojvodina.

Das 19. Jahrhundert war dann mit einer erneuten Staats- und Nationsbildung der Serben verbunden und nach den Balkankriegen und dem 1. Weltkrieg bildete sich ein jugoslawischer Vielvölkerstaat, erst als Königreich und dann nach dem 2. Weltkrieg als Bundesstaat unter Tito, in dem Serbien mit eingebunden und Belgrad die Hauptstadt war.

Diese Ära endete endgültig in den 1990er Jahren mit dem blutigen Zerfall Jugoslawiens und seinen ethnischen Säuberungen. Die Politik Serbiens in dieser Zeit wurde maßgeblich von Slobodan Miloševic und seinem Regime bestimmt. Eine politische Transformation konnte erst nach seiner Entmachtung im Jahre 2000 beginnen und erfuhr bereits 2003 mit dem Mord am Ministerpräsidenten Zoran Ðinđic einen herben Rückschlag. Nach einer Stagnationsphase, der friedlichen Auflösung des Staatenbundes mit Montenegro und der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo 2008 konzentriert sich das Land inzwischen mehr pragmatisch auf die ausstehenden Reformen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Das Serbien als einziges der östlichen Transformationsländer keine NATO-Mitgliedschaft anstrebt, hat einen verständlichen Hintergrund und erinnert zudem an die blockfreie, jugoslawische Zeit. Ohne die besonderen Beziehungen zu Russland in Wirtschaft und Politik preiszugeben, hat dagegen die Aufnahme in die EU eine außenpolitische Priorität.

Der Mitgliedsantrag wurde Ende 2009 eingereicht und fast ein Jahr später von den EU-Staaten angenommen. Beitrittshindernisse sind neben dem Verhältnis zum Kosovo auch die weitere Auslieferung von Kriegsverbrechern aus den jugoslawischen Sezessionskriegen der 1990er Jahre an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Die Anzeichen und Fortschritte eines erneuten Weges nach Europa sind aber unverkennbar.