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Studienreisen nach Aserbaidschan - Landesinformation


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Aserbaidschan

Griechisches Feuer, Koriander und moderne Dynastie

Mit einer Einwohnerzahl von mehr als 8 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 86.600 km² ist die Bevölkerungsdichte der südkaukasische Republik Aserbaidschan mit Österreich vergleichbar.

Das Aserbaidschanische als Landessprache ist nahverwandt mit dem Türkischen. Allerdings war die Schriftart bis 1924 arabisch und dann bis Ende der 1930er Jahre lateinisch. Die folgende, jahrzehntelang vorherrschende kyrillische Schrift ist seit dem neuen Millenium endgültig wieder durch die lateinisch-türkische ersetzt worden.

Interessant ist auch die religiöse Konstellation: im Gegensatz zum politischen Vorbild Türkei fühlt sich die Mehrheit der Aseris dem schiitischen Islam zugehörig. Gegenwärtig leben hier nur zahlenmäßig geringe ethnisch-religiöse Minderheiten.

Naturgegebene Schönheiten lassen sich in Aserbaidschan immer wieder finden. Die Landschaft zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer erstreckt sich über mehrere Klimazonen, sichtbar sowohl an sich wechselnden Oberflächenreliefs, als auch an der sich ändernden, reichhaltigen Flora und Fauna.

Aserbaidschan ist zweifelsohne ein Land vielfältiger und spannender Kontraste, nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell zwischen Ost und West. Die auch im Vergleich zu den kaukasischen Nachbarn relativ junge Staats- und vor allem Nationsbildung ist geschichtlich bedingt. Ungeachtet dessen zählte Aserbaidschan seit der Jungsteinzeit zu einem bevorzugten Ansiedlungsort früher Kulturen.

Als einer der ursprünglichen Verbreitungsräume des Zoroastrismus, der Religion der "Feueranbeter" mit ihrem Gründer Zarathustra, war das heutige aserbaidschanische Gebiet im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Teil persischer und mongolischer Imperien. Bereits in der Antike war Albanien - nicht zu verwechseln mit dem heutigen Staat Albanien auf dem Balkan - eines der kaukasischen Reiche, die dann im 4. Jahrhundert christianisiert wurden. Mit arabischen Eroberungen im 8. Jahrhundert begann die islamische Zeit: die sunnitische Dynastie der Schirwanschahs währte als lokale Herrschaft bis zum 15. Jahrhundert, während die folgenden Safawiden den schiitischen Islam einführten.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden dann die einzelnen Khanate schrittweise Teil des russischen Zarenreiches.

Eine erste demokratische, säkulare Staatlichkeit unter Führung des Intellektuellen Rasulzade währte nur von 1918 bis 1920, bevor abermals die russische, diesmal sowjetisch geprägte Hegemonie nicht nur die politischen Geschicke des Landes bestimmte. 1991 erlangte das Land erneut seine Unabhängigkeit.

Die Machtübernahme durch den vormaligen Parteichef Sowjetaserbaidschans, Hydar Aliyev, im Jahre 1993 stabilisierte letztendlich die Auseinandersetzung um Berg-Karabach, trotz Besetzung von Teilen aserbaidschanischen Territoriums durch Armenien. Der "eingefrorene", geschichtlich tiefsitzende Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan harrt noch einer Lösung. Gleichzeitig wurde mit Əliyev der Grundstock für die Ausbeutung der Öl-Vorkommen durch ein internationales Konsortium gelegt. Das nach seinem Tode 2003 der Sohn Ilham Präsident wurde, verweist auf die Art des heutigen, im öffentlichen Raum sehr präsenten Herrschaftssystems.

Vor allem wegen der exponierten Lage am öl- und gasgesättigten Kaspischen Meer ist Aserbaidschan in die Interessenssphäre Russlands und Amerikas geraten. Ob allerdings die noch russische Radarstation beim aserbaidschanischen Qebele zur gemeinsamen russisch-amerikanischen Raketenabwehr genutzt wird, steht noch in den "Sternen". Und selbst die Schatten der Europäischen Nachbarschaftspolitik fallen auf das ressourcenreiche Land, das sich für die olympischen Sommerspiele 2016 beworben hat.

Im Übrigen fand 2008 das aserbaidschanische Kulturjahr in Deutschland statt. Vielleicht ein Grund, sich mit diesem nahen und doch fernen Land bekannt zu machen, das auch Lew Tolstoi, Alexandre Dumas und Papst Johannes Paul II. schon eine Reise wert war!

 

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