Logo der Firma Weit-Blicke
menschen
landschaften
kulturen
Weit-Blicke-Logo Studien- & Aktivreisen
Weit-Blicke,  Waldstr. 68, D-04105 Leipzig
Tel.  0341-9808570    Fax   0341-9808575
info@Weit-Blicke.de   www.Weit-Blicke.de

Studienreise nach Russland - Baikal und Burjatien


Die Heilige Nase

Baikal und Burjatien

Das Heilige Meer, Fisch und seine Liebhaber

"Tief unten an dem dunklen Wasser lebte der alte Gollum.
Ich weiß nicht, wo er herkam, nicht, wer oder was er war:
Er war Gollum - und er war so dunkel wie die Finsternis,
ausgenommen seine beiden dicken, runden, bleichen Augen."
J.R.R. Tolkien - Der kleine Hobbit

"Was hat denn Gollum mit dem Baikal zu tun?" werden Sie fragen: Einiges, wenn vielleicht auch nicht in Persona. Im Baikal sind 20% der Süßwasservorräte der Erde gespeichert und er ist mit 1642 Metern der tiefste See der Welt. In ihm und an seinen Ufern leben 84% endemische Arten. Unter ihnen ein Fisch namens Golumjanka, der aus 25% Öl besteht und daher in großen Tiefen leben kann. Schon möglich, dass Tolkien ihn entlehnt hat. Erstmals beschrieben wurde der Golumjanka übrigens durch den deutschen Forscher Peter Simon Pallas 1771. Auch andere Tierarten spielen eine wichtige Rolle in und für Sibirien - so der Zobel.

Weißes Gold

Zobelpelze - auch als weißes Gold bezeichnet - stellten ein wichtiges Handelsgut für das russische Imperium dar. Die Zaren erhoben eine Steuer in Form dieser Pelze und rotteten die Tiere fast aus. Nach Abschaffung der Steuer sah man sich 1912 verpflichtet, den Zobel gesetzlich unter Schutz zu stellen. 1916 wurde zu diesem Zweck der erste russische Nationalpark, der heutige Barguzinsky Zapovednik, gegründet.

Die Heilige Nase

Auf dem Weg von Ulan-Ude, der Hauptstadt Burjatiens, nach Ust’-Barguzin fahren wir durch die Wildnis der Taiga und werden an Sandbuchten mit inspirierenden Felsformationen Rast machen. Höhepunkte dieser Tour werden ein Besuch der Halbinsel Heilige Nase (Svjatoj Nos), geführt von einem Wildhüter des Nationalparks und eine Fahrt durch die idyllische Čivyrkujsker Bucht zu den Uškan’i-Inseln sein. Hier ist die Baikalrobbe, die einzige Süßwasserrobbe der Welt, zu Hause. Sie ist ebenfalls endemisch und liebt den Golumjanka. Auf diesem Ausflug werden Sie die Gelegenheit haben, sich über den Naturschutz und die damit verbundenen Probleme direkt mit Experten auszutauschen.

Ende Mai / Anfang Juni kann man hier ein fast einzigartiges Bild erleben. Die Temperaturen sind tagsüber schon fast sommerlich, auf dem türkisblauen Baikal gibt es in den Buchten noch Eis. Die bis über 2000 Meter hohen Gipfel der Berge sind noch schneebedeckt und überall fängt es an zu grünen und zu sprießen. Dazu erleben Sie eine lichtüberflutete Steppe - ein fast unbeschreiblicher Kontrast. Zu welcher Zeit man auch immer den Baikal besucht, er erscheint in immer anderem Licht.
Wir besuchen auf dieser Reise ein weiteres Schutzgebiet, einen der größten Zuläufe des Baikals und einen einzigartigen ökologischen Filter - das Selenga-Delta.

Köstlicher Fisch

Auf der Fahrt dorthin machen wir uns auf einer Zuchtstation des Omuls (eine ebenfalls endemische und überaus köstliche Lachsart) mit Maßnahmen zu seiner Erhaltung und wirtschaftlichen Nutzung bekannt. Während unseres Aufenthaltes im Delta stehen die unterschiedlichen Kulturen der Bewohner und der Schutz der natürlichen Ressourcen im Vordergrund. Hier leben ca. 250 verschiedene Vogelarten, darunter 4 Paare des weltweit vom Aussterben bedrohten Seeadlers. Im Delta nisten jährlich 100-120.000 Wasservögel und auf ihrem Zug gen Süden machen hier im Herbst rund 5-7Millionen Vögel Rast. Sie haben die Gelegenheit, sich mit den Wächtern des Reservates über Ornithologie, Wilderei, Verschmutzung und die Schwierigkeiten ihrer Arbeit auszutauschen. Eine Tour auf die längste, nur wenige Zentimeter hohe Sandbank im Baikal rundet das Erlebnis ab.

Das Heilige Meer

Der Baikal wird von den Einheimischen als heilig betrachtet. Aus diesem Grund wird er als Meer und nicht als See bezeichnet. Man wäscht sich nicht in ihm und achtet ihn gottesähnlich. Er wird personifiziert, vielleicht auf Grund seiner Launigkeit und Unberechenbarkeit, vielleicht, weil man ihm mit Respekt begegnen muss. Denn nach wie vor ist er für den Menschen unbezwingbar.

Dschingis Khan,seine Erben und Zugezogene

Eine der wissenschaftlichen Theorien besagt, dass Dschingis Khan am Barguzin geboren wurde. Sicher ist, dass er zum Klan der Borjigin (Wildenten-Leute) gehörte. Die Gelehrten sind sich zumindest darin einig, dass Dschingis Khans Mutter aus dem Gebiet des Barguzin stammt. Interessanterweise stellte er selbst, der Überlieferung nach, den Baikal schon unter "Naturschutz" und verbot, an diesem heiligen Platz, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben.

Die Burjaten, ein mongolisches Volk, stellen die größte Minderheit in Russland dar und gehören neben den Ewenken zu den indigenen Völkern dieser Region. Ihre Religion ist geprägt durch Schamanimus und Buddhismus. Wir möchten Sie mit beidem bekannt machen. Im Selenga-Delta begegnen Sie dörflich geprägtem Schamanismus, erfahren Wissenswertes über die verschiedenen burjatischen Geschlechter und lernen von den Einheimischen überlieferte und noch heute gelebte Rituale kennen.

Bei einem Besuch im Ivolginsker Dazan stellen wir Ihnen das Zentrum buddhistischen Glaubens in Russland vor. Sie erfahren von einem der Mönche, wie sich der "burjatische" Buddhismus ausdrückt, welche Rituale es gibt und wo sich der Mensch im Kosmos einordnet. Zudem haben Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen über tibetanische Medizin zu erweitern.

Auf unserer ethnographischen Exkursion beschäftigen wir uns mit den Ewenken, ihrer Rentierzucht, ihren Bräuchen, Riten und Lebensbedingungen. Sie gehören zu einem der vom Aussterben bedrohten Völker. In Russland leben noch etwa 35.000 Ewenken, von denen aber nur noch ca. 25% ihre Muttersprache beherrschen. Nur noch einige Hundert leben traditionell.

Moskau ist weit

Dies war ein Grund, warum sich auch einige Russen hier niederließen - teils freiwillig, teils unfreiwillig. Viele der Verbannten blieben, nachdem ihnen ihre Familien in die Verbannung gefolgt waren. Die bekanntesten unter ihnen sind die Dekabristen.

Andere kamen, weil sie hier von der Obrigkeit nicht belästigt wurden. So die Altgläubigen, die eine Kirchenreform unter Patriarch Nikon ablehnten und in die Einsamkeit Kareliens, des Altai oder an den Baikal zogen. Einige von ihnen folgten auch ihrem Idol, der Bojarin Morosova, die in die Verbannung geschickt wurde. Uns ist sie vor allem durch W.I. Surikows gleichnamiges Gemälde bekannt.
Durch ihr abgeschiedenes Leben sind sie mittlerweile auch zu Bewahrern der russischen Traditionen seit dem 17. Jahrhundert geworden. Wir haben die seltene Gelegenheit, sie zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Wie in alle abgelegenen Regionen der Welt, zog es zudem viele Abenteurer nach Sibirien. Die Landnahme durch russische und ukrainische Kosaken erfolgte teils blutig, teils auf dem Verhandlungsweg. So werden wir eines der ersten russischen Klöster am Baikal in Posol’skoje besuchen, das zum Symbol der "Eroberung" Sibiriens wurde. "Posol" bedeutet Botschafter und erinnert an die Ermordung des Gesandten des Zaren, Erofej Zabolotskij, 1661.

Russische Gastfreundschaft

Die traditionellen russischen Bräuche und vor allem heutige Lebensweisen werden Sie auch hautnah erfahren können. Eine Nacht werden wir in einem russischen Dorf in Holzhäusern bei einheimischen Familien verbringen. In kleinen Gruppen erleben Sie echtes dörfliches Leben und die sprichwörtliche russische Gastfreundschaft - und dies bei einem unvergesslichen Ausblick auf den Baikal.

 

 

Termine und Reisepreise Kirchenneubau am Baikal Evenkische Schnitzerei Baikalbucht An Board Picknick
► Länderinfo Russland
► Reiseablauf
► Buchung

 
Termine:
21.05. - 03.06.17
16.07. - 29.07.17
pro Person: 3090,- €