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Studienreise nach Estland


Landschaft im Baltikum

Estland:
das Land Kalevipoegs, unberührter Natur
und wechselnder Fremdherrschaften

Das Epos "Kalevipoeg" entstand zu großen Teilen erst im 19. Jahrhundert, vereint in sich alte Sagen und beschreibt das innige Verhältnis der Esten zu ihrer Natur. Über weite Strecken noch unberührt, werden auch Sie die Moore, Steilküsten, riesigen Wälder und unzähligen Inseln verlockend finden.
Dänische, schwedische, russische und deutsche Einträge in diese Kulturlandschaft sind vielerorts zu spüren. Die wechselnden Fremdherrschaften haben in Estland zu Zerstörungen, aber auch zum Neuaufbau geführt.

Tere tulemast! Herzlich willkommen!

Gepflegtes Erbe

Wir nehmen unseren Weg über die Ostsee wie ehedem die Kaufleute der Hanse. Allerdings sind wir nicht ganz so frei wie sie. Einzig eine Anreise über Helsinki lässt uns zu unserem Ziel Estland kommen.

Tallinn und Tartu, auch als Reval und Dorpat benannt, sind nicht nur die beiden größten estnischen Städte, sondern spiegeln durch ihre Bauwerkssubstanz die wechselvolle Geschichte von Selbst- und Fremdherrschaft(en) eindrucksvoll wider.

Tartu, die älteste und heute zweitgrößte Stadt Estlands, stellt vor allem durch ihre von den Schweden gegründete Universität das geistige Zentrum des Landes dar. Während des Nordischen Krieges (1700-1721) von den Russen zerstört und danach wieder von ihnen aufgebaut, war Tartu die Wiege der estnischen Nationalbewegung und Ort der ersten Sängerfeste. Klassizistische Bauten bestimmen das Stadtzentrum. Sehenswert sind ebenso die einmaligen Terrakottaplastiken an der gotischen Johanneskirche.

Tallinn, von den Dänen gegründet, imponiert durch einen mittelalterlichen Stadtkern, der auf weniger als einem Quadratkilometer Architekturgeschichte aus acht Jahrhunderten vereint und während des Zweiten Weltkrieges fast nicht zerstört wurde. Einmalig für eine europäische Metropole ist die Aufteilung in eine Ober- und Unterstadt, getrennt durch eine intakte Stadtmauer. Die Oberstadt war immer Herrschaftszentrum, angefangen von den Dänen über den livländischen Orden, die Russen bis zu den estnischen Selbstbestimmungszeiten. Als städtisch-bürgerlicher Gegenpol wurde die Unterstadt seit den Hansezeiten durch Handwerker- und Kaufmannsgilden dominiert. Zahlreiche sehenswerte Sakralbauten unterschiedlicher Konfessionen runden dieses einzigartige Stadtbild ab. Dass Tallinn außerhalb dieses Quadratkilometers noch einiges Bewundernswertes zu präsentieren hat, werden wir beim Besuch des Katharinenschlosses mit seiner Parkanlage, der Klosterruine in Pirita und des Sängerfeldes feststellen.

Die "Singende Revolution" Ende der 1980er Jahre hatte hier ihren Ursprung.

Im Ethnografischen Freilichtmuseum können wir das ursprüngliche estnische Landleben mit seinen Bräuchen, auch speisend, nachvollziehen.

Historische Baudenkmäler vergangener Epochen werden wir auch abseits von Tartu und Tallinn entdecken können, so den restaurierten Gutshof deutschbaltischen Adels in Palmse, das Gutsschloss Sangaste, imposante Ordensburgen und Bischofssitze in Narva, Rakvere, Haapsalu und Kuressaare. Dies gibt uns reichlich Gelegenheit, uns mit diesem herrschaftlichen Erbe und seiner Geschichte vertraut zu machen.

Geteiltes Erbe

Ein grenzenloses EU-Europa bedeutet aber auch neue Grenzziehungen. Seit dem Beitritt Estlands zur Europäischen Union bildet der das estnische Narva und das russische Ivangorod trennende Grenzfluss die besonders gesicherte EU-Außengrenze und damit wieder einen nach Osten verschobenen Grenzwall. Narva, das zum überwiegenden Teil von einer russischsprechenden Bevölkerung besiedelt ist, wird uns nachhaltig beeindrucken. Der Grenzanachronismus, die symbolträchtigen Festungsanlagen, Narvas Rolle als russisches Stiefkind Estlands, und vor allem eine Innenstadt, die im letzten Krieg nahezu komplett zerstört und dann planlos neugebaut wurde, präsentieren sich den wenigen Besuchern. Einzig Fotografien und Bruchstücke künden von vergangener Schönheit. Gerade hier bietet sich die Vielschichtigkeit russisch-estnischer Beziehungen zu verschiedenen Zeiten als Thema für einen Gesprächsabend an.

Licht und Schatten

Die estnische Naturlandschaft ist von einer einzigartigen Schönheit. Das Festland, sowohl hügelig als flach, durchziehen zu zwei Fünfteln endlose Wälder. Ein weiteres Fünftel bedecken Moore und Sümpfe. Gemeinsam werden wir Moore durchwandern, die Weite des Peipus-Sees genießen, uns an der Grint genannten Steilküste die Brise um die Ohren wehen lassen, und in einen Teil der Inselwelt eintauchen. Denn von den fast 1.500 Eilanden die zu Estland gehören, erwartet uns mit Saaremaadie größte von ihnen.

Zahlreiche Kur- und Erholungsorte mit ihrer malerischen Holzarchitektur aus der Zarenzeit laden uns zu kürzeren und längeren Aufenthalten ein: die Inselstadt Kuressaare, Haapsalu und Pärnu an der estnischen Westküste.

Während Pärnu für die Bewohner Estlands als Sommerhauptstadt galt und gilt, zeugt im kleineren Haapsalu von der einstmaligen Bedeutung als Heilbad auch die imposante Bahnsteigüberdachung: hölzern und mit über 200 Metern Länge eine der längsten im nördlichen Europa.

Allerdings sind die Schatten der Vergangenheit noch immer spürbar. Sowjetische und deutsche Besatzungszeiten thematisch in ihrer Komplexität kennen zu lernen, ist einer der inhaltlichen Schwerpunkte der Reise. Gespräche sowie Besuche des KGB-Museums in Tartu, des Okkupationsmuseums in Tallinn und von Teilen der Ausstellung des Inselmuseums in Kuressaare werden uns diesbezüglich aufschlussreiche Einblicke und Hintergrundinformationen geben.

Ein anderer Schatten ist die industrielle Umweltverschmutzung als Hinterlassenschaft eines planwirtschaftlichen Systems. Estland ist relativ reich an Bodenschätzen. Durch den Abbau der Ölschiefervorkommen im Nordosten wird zwar ein Großteil des Energiebedarfs gedeckt, aber auch die Umwelt geschädigt. Mit der Besichtigung eines ehemaligen Ölschiefer-Bergwerkes und der Aschehalden werden wir uns einem weiteren Schwerpunktthema annähern.

Die Aufgeschlossenheit der Esten gegenüber modernen Entwicklungen könnte eines Tages legendär werden. Hier wurden erstmals Wahlen ausschließlich durch elektronische Stimmabgabe durchgeführt. Papierloses Regieren, Bezahlung vielfältiger Dinge über das Handy, die Erfindung der Internettelefonie sind weitere Eckpunkte. Landesweit kostenlose Internetzugänge, sozusagen mit dem "Fahrrad ins Internet", ermöglichen auch der Landbevölkerung globale Informationen.

Õnnelikku reisi! Glückliche Reise!

 

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Termine:
21.07. - 29.07.17
01.09. - 09.09.17
pro Person: 2090,- €