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Studienreise nach Karelien - Kirchen und Klöster


Kiži

Kirchen und Klöster in Russlands Norden

Glaubensboten in einer ursprünglichen Welt

Unter den lockenden Reisezielen im Norden Russlands nehmen die Kirchen und Klöster einen besonderen Platz ein. Einerseits befinden sich hier Meisterwerke der altrussischen Holzarchitektur wie die Anlage von Kiži, die unmittelbar auf den Besucher wirken. Andererseits wird eben diese Wirkung auf den Reisenden maßgeblich durch die einzigartige Landschaft mitbestimmt. Der weite Himmel, die endlosen Wälder und die ungezählten Seen, Flüsse, Sümpfe und Moore vermitteln ein Gefühl von Ursprünglichkeit. In dieser geradezu archaischen Wildnis erscheinen Klöster wie Vorposten christlichen Glaubens in einer Welt von Naturgeistern.
Letztere sind hierzulande am ehesten durch die Musik Jean Sibelius’ bekannt: der Schwan des Totenreichs Tuonela, der Waldgott Tapio oder Pohjolas Tochter. Neben diesen sinnlichen Wahrnehmungen gibt es Aspekte, die die Kirchenanlagen in Russlands Norden besonders interessant machen.

Die Christianisierung im Norden Russlands wurde auch vorangetrieben, um den Einflussbereich der Russisch Orthodoxen Kirche gegen den der Katholischen Kirche Schwedens zu sichern. Neben der Christlichen Religion sind in der hiesigen Volkstradition zahlreiche Vorstellungen und Bräuche aus heidnischer Zeit lebendig.

Die Spaltung der Russisch Orthodoxen Kirche

Auf Grund seiner Abgeschiedenheit spielte Karelien eine besondere Rolle während der Kirchenspaltung in Russland im 17. Jahrhundert, dem sogenannten Schisma. Viele der Altgläubigen, die den Kirchenreformen des Patriarchen Nikon nicht folgten, zogen sich in diese entlegenen Gebiete zurück.

Karelien war nicht nur Versteck für Raskol’niki (dt. Spalter), wie die Altgläubigen damals genannt wurden. Vielmehr war es von vornherein eine Hochburg des Widerstands gegen die Reformen. Das zeigte sich eindrucksvoll im Aufstand des Soloveckij-Klosters von 1667 bis 1676. Zudem kam es immer wieder zu Massen-Selbstverbrennungen.
Eine weitere Bedeutung kam dem russische Norden als Verbannungsort für "Schismatiker" zu. So verbrachte hier der bekannteste altgläubige Autor, Protopope Avvakum, anderthalb Jahrzehnte seines Lebens in strenger Haft.

In den Jahrzehnten der kommunistischen Herrschaft war die Kirche im gesamten Ostblock Repressionen ausgesetzt. Seit dem Ende dieser Epoche ist das religiöse Leben an viele traditionelle Orte zurückgekehrt. Diese Veränderungen sind nach wie vor im Gange. Es ist bemerkenswert, wie in allen ehemaligen Ländern des Ostblocks - mit der Ausnahme Ostdeutschlands - nahezu jeder die Religionen der Alten für sich persönlich wiederentdeckt und angenommen hat.

Sankt Petersburg, Unser Tor nach Norden

Am Anfang unserer Reise steht die Begegnung mit Sankt Petersburg. Es heißt uns willkommen mit einem faszinierenden Blick von der Vasiljevskij-Insel über die weite Wasserfläche der Newa hin zur Peter-Pauls-Festung, den zahlreichen Brücken, dem Sommergarten und dem langgestreckten Gebäudekomplex des Winterpalais. Die russische und europäische Kultur hat mit dieser Metropole eine einzigartige Blüte entfaltet und das Flussdelta in feste Formen gefügt.
Ein Rundgang im Zentrum gilt der unverwechselbaren Schönheit Sankt Petersburgs. Es geht entlang romantischer Wasserarme, vorbei an Schlössern und durch Parks.
Nach diesen ersten Eindrücken wenden wir uns den Klöstern der Stadt zu, dem Aleksandr-Nevskij-Kloster und dem Smolny. Uns erwarten architektonische und künstlerische Schmuckstücke.

Missionierung durch gelebten Glauben

Auf unserem Weg nach Norden erreichen wir nach 260 Kilometern das Aleksandr-Svirskij-Kloster, malerisch am hohen Ufer des Rošèinskij-Sees gelegen. Ende des 15. gründete der Heilige Aleksandr Svirskij diese Anlage in den abgelegenen dichten Wäldern inmitten des Siedlungsraums der heidnischen Karelier, Wepsen und Èuden. Es entwickelte sich rasch zu einem Glaubenszentrum, dessen Ausstrahlung maßgeblich für die Christianisierung der Bevölkerung im Norden Russlands werden sollte. Trotz seiner wechselhaften Geschichte sind hier Gebäudekomplexe erhalten, die architektonische Meisterschaft vom 16. bis 19.Jahrhundert manifestieren.

Valaam - Kloster im Ladogasee

Im Ladogasee, dem größten europäischen Binnengewässer, liegt die Inselgruppe Valaam, auf der sich das gleichnamige Kloster befindet. Seit dem 14. Jahrhundert wurden hier im Namen Andreas des Erstberufenen die ersten Kirchen und Klausen gebaut. Im 19. Jahrhundert ließen reiche russische Kaufleute die vom Zerfall bedrohten Gebäude in Stein erneuern. Setzte die Sowjetmacht dem regen Klosterleben ein Ende, so sind die Inseln inzwischen wieder fest in Kirchenhand. Der Besucher erlebt hier in den großen Pilgerscharen die Lebendigkeit des russisch-orthodoxen Glaubens.

Die Reise führt uns weiter in Kareliens Hauptstadt Petrozavodsk. Von hier aus setzen wir erneut auf eine Inselgruppe über: die im Onegasee gelegenen Schären von Kiži. In dieser Abgeschiedenheit befindet sich das Meisterstück altrussischer Holzarchitektur: das Ensemble der Mariä-Schutz-Kirche, der Christi-Verklärungskirche und eines Glockenturms.
Es ist wegen seiner Einzigartigkeit in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Die Anordnung zahlreicher Zwiebeltürmchen fasziniert den Betrachter ebenso wie das silbrige Schimmern der Eschenholzschindeln, die zu erstaunlich organischen Formen gefügt sind.
Diese Wunder aus Holz fügen sich in eine faszinierende Landschaft ein. Wir durchstreifen diese Welt eiszeitlich geformter Inseln zu Fuß und mit dem Boot. Freuen Sie sich auf die karelische Gastfreundschaft mit uriger Sauna, köstlicher Bewirtung und einer ruhigen Nacht in einer gemütlichen Herberge.

Zurück in Petrozavodsk, zieht es uns weiter nach Norden. Wir stoßen hierbei auf Spuren des sowjetischen GULAG-Systems. In Sandarmoch unweit Medvež’egorsk wurden neun bis zwölftausend Lagerhäftlinge ermordet. Nur einige Kilometer weiter erreichen wir einen Abschnitt des berühmt berüchtigten Weißmeerkanals, bei dessen Errichtung 1931 bis 1933 eine Viertelmillion Strafgefangener ums Leben kam.

Auf dem Weg nach Kem’ treffen wir auf Jahrtausende alte Steinzeichnungen. Sie zeugen von der langen Siedlungs- und Kulturgeschichte dieser Region.

Die Soloveckij-Inseln, Inseln der Abtrünnigen

Von Kem’ aus setzen wir über zu den Soloveckij-Inseln im Weißen Meer. Hier besuchen wir das Soloveckij-Kloster, eine Hochburg der Altgläubigen während der Zeit der Kirchenspaltung im Russland des 17. Jahrhunderts.

Macht- und Ideologiewechsel erfolgten auf dieser Inselgruppe in gespenstischer Konsequenz. Gebäude und sämtliches Inventar des Klosters gingen 1923 an das neu errichtete Lager des GULAG.

Auf den Soloveckij-Inseln tritt uns die Natur in faszinierender Ursprünglichkeit entgegen. Hier erwarten uns prähistorische Steinlabyrinthe, deren Herkunft und Sinn im Dunkel liegt. Wir nehmen uns Zeit für Ausflüge zu Fuß und mit dem Boot.

Die Rückreise führt uns erneut über Kem’. Diese Stadt in strategisch bedeutsamer Lage war immer wieder umkämpft. Die Uspenskij-Kathedrale wurde 1717 zu Ehren der Befreiung von den Schweden errichtet und legt eindrucksvoll Zeugnis von der Holzbaukunst jener Zeit ab. Kem’ war ein wichtiger Hafen und Handelsplatz, es war bevorzugter Ausgangspunkt zur Überfahrt auf die Soloveckij-Inseln. Ein Museumsbesuch führt uns die wechselvolle Geschichte der ganzen Region im Norden Kareliens vor Augen.

Erkundungen in der aus Holzgebäuden und Sowjetischen Mietskasernen bestehenden Stadt geben Ihnen Einblicke in eine vergessene und fremde Welt, bevor wir Karelien wieder verlassen.

Sankt Petersburg lädt Sie am letzten Tag zum Bummeln ein. Geben Sie sich ruhig der Versuchung hin - Sie werden es nicht bereuen!

Gern organisieren wir Ihnen in St. Petersburg auch einen verlängerten Aufenthalt, bei Bedarf mit verschiedenen Führungen.

 

 

Termine und Reisepreise Priester vor der Kirchenverwaltung Kapellen auf jedem Inselchen Spuren der Zeit Glockenstuhl Weltkulturerbe Kiži
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Termine:
04.07. - 14.07.17
22.08. - 01.09.17
pro Person: 1990,- €