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Studienreise: Galizien, Karpaten und Bukowina


Die Heilige Nase

Studienreise: Galizien, Karpaten und Bukowina

Einzigartige Kulturlandschaft

Oft sind in Europa Grenzen verschoben worden, sei es durch Heirat oder blutige Kriege. Doch kaum ein Gebiet hat so viele verschiedene Herrschaften erlebt, wie der heutige ukrainische Karpatenraum, Galizien in seinem Norden und die Bukowina in seinem Süden.

Die Kulturlandschaft, die sich dabei herausbildete, erlebte ihre Blüte Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie lebt noch heute fort, auch wenn sie durch die Weltkriege, den Holocaust und die Umsiedlungen ganzer Bevölkerungsgruppen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Galizische Handelsmetropolen

Zunächst erreichen wir das altehrwürdige Krakau, einstmals polnische Königsstadt und 1846 durch die Habsburger Galizien angegliedert. Wir schlendern durch die Gassen, lassen den weiten Marktplatz mit seinen Tuchhallen und der Marienkirche auf uns wirken und begegnen hier zwischen trutzigen Stadtmauern und modernen Cafés dem Mittelalter ebenso wie dem 21. Jahrhundert.

Der Zug bringt uns durch die galizische Provinz und über die ukrainische Grenze nach L’viv. Die Stadt weist schon durch ihre verschiedenen Namen auf eine wechselvolle Geschichte. L’viv ist die heute gültige ukrainische Bezeichnung, auf russisch heißt sie L’vov und die Österreicher nannten sie Lemberg. Auch die deutschen Siedler, die schon ab dem 13. Jahrhundert hierherkamen, übernahmen diesen Namen.

Auf unseren Streifzügen werden Sie diese ehemalige Handelsmetropole in ihrer Schönheit für sich entdecken. Sie ist gekennzeichnet durch Einflüsse verschiedener Kulturkreise und Kunstepochen. Das historische Stadtzentrum ist nahezu vollständig erhalten geblieben und Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Trotz der Verdreifachung der Bevölkerung in den letzten 60 Jahren und einem starken ethnischen Wandel ist das Flair der vergangenen Jahrhunderte vor allem in der Architektur erkennbar. Aber auch das Selbstverständnis der heutigen Einwohner drückt die Besinnung auf das Vergangene aus und man bezeichnet sich in Abgrenzung zum russisch dominierten Kiew und zum Ostteil der Ukraine gern als "Heimliche Hauptstadt".

Verlockungen der Zimtläden

Von Lemberg aus unternehmen wir einen Tagesausflug in die Kleinstadt Drohobyč im Karpatenvorland. Sie erlangte durch die Erzählungssammlung "Die Zimtläden" des polnischen Juden Bruno Schulz (1892 - 1942) Berühmtheit. Das Schulzsche Werk setzte nicht einfach der Stadt, sondern einer ganzen untergegangen Welt ein literarisches Denkmal. Folgen Sie mit uns ihren Spuren! Sie werden einen ehemaligen Schüler des Künstlers treffen, der Ihnen gerne von seinen persönlichen Erinnerungen an ihn erzählt. Er führt Sie dabei an Orte, die im Leben von Schulz von Bedeutung waren.

Auf dem Rückweg nach Lemberg machen wir Halt in Dörfern, die im 18. Jahrhundert als deutsche Siedlungen gegründet wurden und als solche bis zum Zweiten Weltkrieg bestanden hatten.

Erste Eindrücke von den Karpaten erhalten Sie auf der Zugfahrt hinüber nach Mukačeve. Wir kommen von einer Landschaft der Nadel- und Mischwälder in eine Welt von scheinbar endlosen, urwüchsigen Buchenwäldern. Mukačeve wird uns jenseits der Karpaten mit seinem südlichen Flair als Tor zur weiten ungarischen Ebene empfangen. Das hoch gelegene Schloss lädt uns ein, den Blick weit in die Ebene schweifen zu lassen. Nach dem Mittagsmahl bei einer einheimischen Winzerfamilie besuchen wir das romantische Anwesen des österreichischen Grafen Schenborn mit Villa und Park.

Die Synagoge der Stadt wird uns an eines der Zentren osteuropäischen Judentums erinnern.

Im violetten Licht der Karpaten

Am Abend kehren wir nach Lemberg zurück, um am nächsten Tag nach Kolomija weiterzureisen, einem Ort am nördlichen Karpatenrand. Sein Zentrum strahlt nach wie vor eine heitere Gelassenheit aus, die an die Zeit der Donaumonarchie erinnert. Ein Museumsbesuch wird uns das Alltagsleben jener Zeit näher bringen und uns die gewaltigen Veränderungen vor Augen führen, die der ethnischen Vielfalt Galiziens ein Ende setzten. Dazu gehören der Zerfall des Wiener Imperiums, die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und die ethnischen "Säuberungen" ,in deren Folge im Rahmen der Aktion "Weichsel" Tausende von Polen und Ukrainer auf die jeweils "richtige" Seite der neu gezogenen Grenze umgesiedelt wurden.

Am folgenden Tag geht es mit dem Bus hinauf in die Berge, entlang verträumter Täler mit reißenden Gebirgsflüssen. Unterwegs schauen wir Künstlern verschiedener Gewerbe über die Schulter. Wir besuchen Kosiv, ein Zentrum des Kunsthandwerks der huzulischen Tradition, wo sich auch eine entsprechende Hochschule befindet. Hier wird gewebt, geknüpft, geschnitzt, getöpfert. Auf unserer Fahrt werden wir uns auch dem höchsten Gipfel der ukrainischen Karpaten nähern, dem Hoverla (2061 m). Hier stoßen wir auf den noch ganz jungen Pruth, jenen Fluss, den Rose Ausländer immer wieder beschrieben hat und der für sie zu einem Symbol der verlorenen Heimat Bukowina wurde. Dieser Tag wird uns wunderschöne Landschaftsbilder bescheren.

Kolomija beherbergt eine umfangreiche Ausstellung des legendären Kunsthandwerks der Huzulen, die wir uns nicht entgehen lassen. Danach besuchen wir eine von Huzulen betriebenen Alm-Hütte in den Bergen. Dort können Sie bei der traditionellen Käseherstellung zusehen und selbst die verschiedenen Käsesorten probieren. Ein kleiner Streifzug durch die ursprüngliche Bergwelt rundet den Ausflug ab.

Katholisches Minarett

Am nächsten Morgen bringt uns der Bus nach Kam’janec’-Podil’s’kyj, dem östlichsten Punkt unserer Reise. Die Stadt liegt jenseits des Dnjestr im Hügelland Podoliens. Hier bildet das tief eingeschnittene Flüsschen Smotric eine Schleife, in deren Inneren die Stadt angelegt wurde. Dort, wo die Flussarme sich fast berühren, errichtete man eine Festung, die den Ort fast uneinnehmbar machte. Das Ganze gruppiert sich zu einer bezaubernden Kulisse. Dass der Ort auf eine interessante Geschichte zurückblickt, mag die folgende Merkwürdigkeit illustrieren: Einst nutzten die Türken nach der Eroberung der Stadt das katholische Gotteshaus als Moschee. Zu diesem Zweck bauten sie lediglich ein Minarett davor. Nach wenigen Jahren zogen die Polen wieder als Herrscher in die Stadt ein und setzten eine Marienstatue auf diesen Turm.

Unser weiterer Weg führt nach Chotyn. Die Burganlage des Ortes mit ihren schlichten trutzigen Formen und ihrer Einbettung in die weite Flusslandschaft lässt vor dem geistigen Auge des Besuchers unweigerlich die Welt des Mittelalters lebendig werden.

"Grüne Mutter Bukowina ..."

(Rose Ausländer)

Wir kommen nach Czernowitz (Černivici), in eine "Gegend, wo Menschen und Bücher lebten", wie es Paul Celan einmal ausdrückte. Der Besuch dieser Stadt steht besonders im Zeichen der literarischen Tradition. Wir durchstreifen Stadtviertel, in denen Rose Ausländer und Paul Celan geboren wurden und aufgewachsen sind. Gerade in diesen Straßenzügen scheint etwas an Authentizität von damals überlebt zu haben, das sich über den Holocaust und die Jahrzehnte Sowjetherrschaft hinübergerettet hat. Ähnlich wie in Lemberg erinnert auch das unverwechselbare Stadtbild von Czernowitz stark an die Zeiten der Donaumonarchie.

Architektonische Akzente werden unter anderem durch die ehemalige Residenz des Metropoliten der Bukowina im rumänisch-byzantinischen Stil und das Theater im großartig ausgespielten Jugendstil gesetzt.

Wir kehren nach Lemberg zurück. Im Ševcenko-Hain erwartet uns ein Erlebnis der besonderen Art: Auf einem ausgedehnten Gelände sind Originalbauwerke der Holzarchitektur versammelt, die aus allen Teilen der westlichen Ukraine zusammengetragen wurden. Hier offenbart sich die eigene und vielgestaltige Welt traditioneller ukrainischer Bauweisen in einer anmutigen Parkanlage.

Der Weg zu den historischen Ursprüngen Lembergs führt uns auf den Hügel hoch über der Stadt, auf dem der wolhynische Fürst Danylo Halyc um 1250 eine Burg errichten ließ. Wir begeben uns in die unweit gelegenen ältesten Viertel rund um den Alten Markt, in denen im Mittelalter der Handel florierte. Im Apothekermuseum steigen wir hinab in tief gelegene Keller der "Giftmischer", die man in ihrer faszinierend düsteren Atmosphäre einfach erlebt haben muss!

Von Lemberg aus geht es auf die Heimreise mit dem Zug, auf der uns das wunderschöne Krakau wieder zu einem kurzen Besuch erwartet.

 

Termine und Reisepreise
► Länderinfo Ukraine
► Reiseablauf
► Buchung

 
Termine:
09.04. - 23.04.17        21.05. - 04.06.17
13.08. - 27.08.17        01.10. - 15.10.17
pro Person: 2120,- €