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Studienreise: Kiew


Die Heilige Nase

Kiew

Schillerndes Erbe und Visionen in Orange und Blau

Was Kiew vor anderen europäischen Metropolen auszeichnet, ist sein einzigartiges, originelles Kolorit aus unschätzbarem kulturellen Erbe, den Spuren bewegter Vergangenheit und der lebendigen Gegenwart einer Gesellschaft, voll von Reibungen und Machtkämpfen.

In Kiew wird Ihnen schnell die Aufbruchstimmung der Menschen ins Auge fallen. Sie prägt auch eineinhalb Jahrzehnte nach dem Zerfall der Sowjetunion das Land. Es ist nicht abzusehen, was die Zukunft bringen wird, und das Ringen um unterschiedliche politische und wirtschaftliche Ziele, oft als Einheit, ist darum um so lebhafter.

In der heutigen Zeit, in der etliche gewohnte Werte nicht mehr zu gelten scheinen, erlebt die Besinnung der Ukrainer auf sich selbst und ihre Traditionen eine bemerkenswerte Renaissance. Gerade in Kiew spielen sich die Geburtswehen des Neuen in eindrücklicher Weise vor der Kulisse eines jahrtausendealten Erbes ab.

Erstes Rendezvous

Die Annäherung an Kiew erfolgt in angemessener Weise mit dem Zug. Genießen Sie diese angenehme Art des Reisens von Berlin aus in bequemen Schlafwagen. Sie bekommen eine Vorstellung von der Entfernung und von den Landschaften, die uns mit jener Stadt verbinden.

Am Morgen nach der spätabendlichen Ankunft starten wir zu einem ausgedehnten Rundgang, der Ihnen erste Eindrücke vom Herzen dieser Metropole des Ostens vermittelt. Ausgangspunkt ist der durch die Massenproteste der "Orangen Revolution" bekannt gewordene Maidan, zentraler Platz der Oberstadt. Wenig später genießen wir den überwältigenden Blick hinunter auf den Dnjepr und die Unterstadt, der uns Kiew als Teil einer Flusslandschaft begreifen lässt. Hier erhalten Sie zudem eine Ahnung von den vielen ausgedehnten Parks und Waldbezirken dieser ungewöhnlich grünen Stadt. Der weitere Spaziergang führt vorbei an der Philharmonie, dem Michaelskloster, dem Sophienplatz mit der weltberühmten Sophienkathedrale, dem Goldenen Tor in seinen gigantischen Ausmaßen, der Oper, der Universität und dem zentralen Krešcatik-Boulevard. Mit seinem Mosaik architektonischer Stilrichtungen, wo Kolosse der Stalinära durchaus ihren Reiz haben und sich mit Jugendstil, Barock und byzantinischen Formen "vertragen", durchsetzt mit geschmackvoll arrangiertem städtischen Grün, präsentiert sich Kiew in unverwechselbarer Art.

Reise ins Mittelalter

Am folgenden Tag gehen wir den mittelalterlichen Ursprüngen der Stadt nach. Wir richten unser Augenmerk auf die Stadtteile, die Großfürst Volodymyr und sein Sohn Jaroslaw im 10. und 11. Jahrhundert errichten ließen. Wir besuchen das Michaelskloster, das 1936/37 unter der Sowjetherrschaft gesprengt worden war und in postsowjetischer Zeit im Stil des 18. und 19. Jahrhunderts wiedererrichtet wurde. An dieser Stelle hatte bereits 1062 ein Kloster gestanden. Heute gibt dieser Ort einerseits hinsichtlich der antikirchlichen Repressionspolitik des Sowjetregimes zu denken, andererseits bezüglich der (Über-)Lebenskraft der Religiosität im ukrainischen Volk.

Nur wenige Gehminuten entfernt erreichen wir den Andreasstieg, der von jeher die Oberstadt mit der Unterstadt Podil verbindet. Souvenirstände auf holprigem Katzenkopfpflaster reihen sich hier dicht aneinander, und die Andreaskirche bestimmt als Glanzstück ukrainischen Barockstils hoch über dem altertümlichen Kopfsteinpflaster das Bild. In unmittelbarer Nähe bezeugen die Fundamente der Desjatinkirche die Präsenz des Christentums in Kiew bereits vor dessen Einführung als Staatsreligion im Jahre 988.

Ein Höhepunkt der Kiew-Reise ist der Besuch der Sophienkathedrale. Sie gilt als ein Meisterstück der Weltarchitektur und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Im Jahre 1054 fertiggestellt, war sie in ihrer ästhetischen Wirkung europaweit unübertroffen. Treten Sie ein in dieses Gotteshaus und lassen Sie sich auf seine besondere Atmosphäre ein! Nach zweifacher Zerstörung wurde die Kathedrale Ende des 17. Jahrhunderts im Barockstil glanzvoll wiedererrichtet. Zahlreiche ursprüngliche Mosaike sind erhalten geblieben und nehmen den Betrachter nach wie vor mit ihren Farbsinfonien gefangen.

Übrigens wurde Kiew auf Grund seiner vielen Kirchen und Klöster schon seit dem Mittelalter als Jerusalem des Nordens bezeichnet.

Neben diesem Beispiel früher Steinbauweise bieten wir Ihnen in der zweiten Tageshälfte die beachtliche Vielfalt und Eigenwilligkeit ukrainischer Holzbaukunst. Dazu fahren wir zum weitläufigen Freilichtmuseum für Volksarchitektur, in dem uns ein Hauch vergangener Jahrhunderte umweht.

Städtebau gestern und heute, Ästhetik im Wandel der Zeiten

Der folgende Tag gehört zunächst dem vornehmen Viertel Lypky. In seinen Straßenzügen mit kunstvoll gestalteten Fassaden dominieren Jugendstil und Klassizismus, begegnen uns aber auch eklektizistische Eskapaden mit Anleihen aus Renaissance und Gotik. Ein Spaziergang durch den Marinskii-Park rundet den harmonischen Eindruck ab. Gleichsam als Pendant zu diesem historischen Viertel werfen wir am Nachmittag einen Blick auf interessante Entwicklungen des gegenwärtigen Städtebaus. Im nördlichen Stadtteil Obolon, weit außerhalb des Zentrums, werden neben renovierten und neu gestalteten Plattenbausiedlungen aus realsozialistischen Zeiten am Flussufer teure Siedlungen für Gutbetuchte errichtet. Manche der ehemaligen Industriegebäude beherbergen nunmehr Einkaufszentren. Nach wie vor ist hier auch Industrie angesiedelt, u.a. die Brauerei des namhaften ukrainischen Biers "Obolon". Ein Kirchenneubau ist im Entstehen. Sie werden hier ein gänzlich anderes Gesicht der Stadt kennenlernen, gewürzt mit einem kräftigen Schuss Strandromantik am Dnjepr, dessen bewaldete Inseln wie Refugien der Wildnis erscheinen.

Das Höhlenkloster

Natürlich führen wir Sie in das berühmte Kiewer Höhlenkloster. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts unter Jaroslaw dem Weisen gegründet, lebten hier bereits zuvor christliche Eremiten, die in der Zurückgezogenheit der Höhlen Gottes Nähe suchten. Das Höhlenkloster war das erste und größte religiöse Zentrum der Kiewer Rus’. 1688 erhielt es den Titel "Lavra", den nur 6 Klöster der Russisch-Orthodoxen Kirche tragen dürfen. Darüber hinaus spielte es eine herausragende Rolle im geistigen Leben und in der Entwicklung der slawischen Kultur und Wissenschaft. Heute gehören zum großflächig angelegten Kloster mehr als 70 Gebäude. Es gibt hier zwei Höhlenkomplexe und unterirdische Höhlenkirchen, die wir mit Ihnen besuchen werden. Wir werden Sie in die Besonderheiten der Russischen Orthodoxie, ihre Riten und Spaltungen einführen. Ebenso werden wir Sie mit der Unierten Kirche bekannt machen, die eine Sonderstellung zwischen Orthodoxie und Römischem Katholizismus einnimmt.

Auf dem Klostergelände erwartet uns noch ein besonderes Juwel: die umfangreiche Sammlung künstlerischer Meisterwerke der Skythen und anderer Steppenvölker. Die hier präsentierten Schmuckerzeugnisse zeugen von einem ungewöhnlich hohen Entwicklungsstand der Nomadenkunst. Ein weiteres Faszinosum liegt darin, in welcher Unmittelbarkeit diese Werke den Betrachter durch immerhin zweieinhalb Jahrtausende hindurch noch heute ansprechen!

An den Ufern des Dnjepr

Die Ursprünge der Besiedlung Kiews liegen an den Ufern des Dnjepr, in der heutigen Unterstadt Podil. Nach einem Besuch der weithin sichtbaren Andreaskirche begeben wir uns den Andreasstieg hinunter in dieses Viertel, das seit jeher ein Zentrum des Handels war. Unterwegs erwartet uns ein besonderes Erlebnis beim Besuch des ehemaligen Wohnhauses des russischen Schriftstellers Michail Bulgakow. Die dortige Ausstellung beleuchtet in ihrer eigenwilligen Gestaltung nicht nur das Leben des Literaten, sondern auch die metaphysischen Ebenen seiner Kunst.

Podil zeichnet sich nach wie vor durch seine Lebendigkeit aus. Zu Fuß erkunden wir diesen Teil Kiews mit dem Haus der Verträge, dem ausgedehnten Handelshof, der traditionsreichen Mohyla-Akademie und der Synagoge, die uns an das ehemals reiche jüdische Leben der Stadt erinnern wird. An der Eliaskirche finden wir uns etwa an jener Stelle wieder, an der 988 der Legende nach unter Großfürst Volodymyr die Zwangstaufe der Bevölkerung im Fluss vollzogen wurde. Ein abschließendes Erlebnis ist die Flussfahrt entlang der Hügel Kiews, auf der wir Ihnen eine weitere Perspektive auf diese einzigartige Stadt der goldenen Kuppeln bieten.

 

Termine und Reisepreise
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Termine:
Reise z.Z. nicht im Programm. Individualbuchungen auf Anfrage. Nutzen Sie unsere Kombinationen Kiew-Krim und Kiew-Odessa.