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Studienreise nach Odessa und Kiew


Argonauten bei Balaklava

Odessa und Kiew

Odessas, dieser staub’gen Stadt,
Die viel Verkehr, viel heitern Himmel
Und einen lauten Hafen hat.
Dort wehen schon Europas Lüfte.
Dort streut der Süden Glanz und Düfte,
Pulsiert das Leben leichtbeschwingt;
Italiens holde Sprache klingt
Auf allen Straßen, hier Slowenen,
Dort Spanier; Frankreich, Griechenland
Hat reiche Kaufherrn hergesandt,
Armenier feilschen mit Rumänen;
Selbst aus Ägypten stellt sich dar
Held Mor-Ali, der Ex-Korsar.
A.S. Puschkin

Brücken in alle Welt

Die Weltoffenheit einer Hafenstadt entfaltet sich im südlichen Flair von Odessa auf besondere Weise. Puschkin hat in seinem Gedicht nur eine kleine Anzahl der 130 Nationalitäten aufzählen können.

Odessa entwickelte sich in den letzten 200 Jahren zu einer Metropole, die von vielen Kulturkreisen geprägt wurde. Hier begegnete die Antike dem Reitervolk der Skythen. Hier herrschten über Jahrhunderte die Osmanen, nach den russisch-türkischen Kriegen ab 1789 schließlich die Russen. 1794 erfolgte auf einen Erlass der Zarin Katharina II. die Gründung des Hafens.Schnell entstand der wichtigste Hafen des Russischen Reiches, der über viele Jahre hinweg auch die Privilegien einer Freihandelszone genoss.Das damals am Reißbrett geplante, moderne, schachbrettartige Straßensystem ist noch heute charakteristisch für Odessa. Vor allem die Gouverneure der ersten 50 Jahre engagierten sich stark für eine moderne Stadtentwicklung. Die Architektur der Stadt kündet von der großen wirtschaftlichen Blüte dieser Zeit.

Üppiges Grün beherrscht fast alle Straßen. Man wandelt durch malerische Alleen weit ausladender Platanen, Akazien, Kastanien oder Sommerlinden. Größe und Erhabenheit strahlen auch die edlen Straßenpflaster und die großzügige Breite der Boulevards aus. Odessa war einst eine reiche Stadt und ist dabei, es wieder zu werden. Auch über eine neue Freihandelszone wird nachgedacht.

Am Hafen werden auch unsere Erkundungen beginnen. Die Landungsbrücken hinter uns lassend, ersteigen wir die Potjomkin-Treppe - benannt nach der berühmten Szene im Film "Panzerkreuzer Potjomkin", mit deren Eindringlichkeit der Regisseur Sergej Eisenstein Filmgeschichte schrieb.

Genießen Sie den Blick hinunter auf den Hafen und die Weiten des Schwarzen Meeres, bevor Sie eintauchen ins mondäne Treiben der Boulevards. Es folgt ein Streifzug durchs Zentrum der Stadt. Die Kirchen und Synagogen strahlen etwas von der Religiosität aus, zu der die Menschen nach der Sowjetzeit zurückgefunden haben. Wie ein Gegenpol dazu wirken die großen Kaufhäuser, verpflichtet der "Religion" des Konsums.

Der zweite Tag hält sinnliche Erlebnisse der Extraklasse für Sie bereit. Das Archäologische Museum beherbergt eine umfangreiche und wirkungsvoll präsentierte Sammlung antiker Kunst aus skythischen und griechischen Werkstätten des gesamten nördlichen Schwarzmeerraumes. Sie erhalten Einblick in eine längst vergan-gene Epoche, als nomadische Skythen der darstellenden Kunst in Griechenland und Europa nachhaltige Impulse gaben. Sie werden sich in ungewöhnlich lebendiger Weise von Menschen angesprochen fühlen, die vor zwei Jahrtausenden lebten und uns in ihren Skulpturen, Schmiede- und Töpferarbeiten noch heute vieles zu sagen haben.

Am Nachmittag werden Sie bei der Verkostung von regionalen Weinen verwöhnt.

Am Schwarzen Meer

Odessa rühmt sich ebenso Kurort zu sein. Ein Boot bringt uns zu den peripher gelegenen Badestränden. Der Rückweg führt uns durch den Ševcenko-Park. Von hier eröffnen sich beeindruckende Blicke auf den Hafen mit einem regelrechten Wald von Kränen. Vorbei an den Überresten der russischen Festung gelangen wir zurück in die Innenstadt.

Odessas Ruhm beruht auch auf seinem literarischen Leben, das bald nach der russischen Stadtgründung aufblühte und bis heute von hier nicht wegzudenken ist. Der regionale literarische Kosmos ist von einer Vielfalt und Tragweite, so dass wir uns ihm nicht nur einmal zuwenden. Wir beginnen mit Erinnerungsstücken zur Entwicklung des regionalen Literaturschaffens von der Stadtgründung bis zur Oktoberrevolution. Hier begegnen uns Namen wie Puschkin, Gogol und Tolstoj. Sie werden dabei nicht nur manchen großen Schriftsteller "wiedersehen" oder neu kennenlernen, sondern auch eine Vorstellung vom jeweiligen Zeitgeist und der Regionalgeschichte erhalten.

Originelle Kriminelle

Odessa hat viele Gesichter, darunter auch so manches "schräge". Wir begeben uns auf die Spuren berühmter Krimineller, die man in gewissem Sinne als Originale bezeichnen kann. Später steigen wir hinab in die Katakomben, die eine weitverzweigte Welt für sich darstellen. Entstanden schon in der Gründungszeit als Fluchtweg für die Obrigkeit, wurden sie im Folgenden zur Zufluchtsstätte für Schmuggler, Piraten, Bolschewisten und Partisanen. Heute haben sich an einigen Stellen vor allem obdachlose Jugendliche eingerichtet.

Eine reiche Bürgerschaft hinterlässt in einer Stadt neben prunkvollen Bauwerken auch Kostbarkeiten der darstellenden Kunst. In Odessa ist ein Teil dieses reichen Erbes im Museum für westeuropäische und orientalische Kunst ausgestellt. Hier können Sie indische Skulpturen und kostbare chinesische Vasen ebenso bewundern wie Gemälde italienischer, französischer und holländischer Künstler. Im Anschluss werden diese Eindrücke noch bereichert durch die Besichtigung architektonischer Meisterwerke. Hervorzuheben ist die Oper als eine Perle des Wiener Barocks. Ein ausgesuchtes Glanzstück ist auch die Philharmonie, errichtet in Florentiner Gotik, deren Inneres bestimmt wird durch monumentale Renaissance-Elemente. Diese schaffen ein unvergessliches Erlebnis von Raum, Licht und Farbe.

Die Kunst des Schreibens

Am letzten Tag in Odessa wenden wir uns noch einmal ihrer literarischen Seite zu. Das Augenmerk gilt diesmal der sowjetischen Epoche. Die radikalen Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Alltag schlugen sich in originellen künstlerischen Formen nieder. Die Suche der Künstlerszene und Intelligenzija nach neuen Wegen in jener aus den Fugen geratenen Zeit gehört zum Spannendsten, was in Kunst und Literatur vorstellbar ist. Zumal wir hier auf eine schillernde Vielfalt von Charakteren treffen, unter denen sich Namen wie Bunin, Achmatowa, Babel, Majakowski und Ilf und Petrov befinden.

In den Jahrzehnten politischer Stagnation nach der Konsolidierung der Sowjetmacht nutzten einige Autoren die Literatur und flochten, subtil die Zensur umgehend, in ihre Texte Kritik ein. Der sprichwörtliche Humor der Odessiten sorgte dabei für eine kräftige Würze.

Unser Weg führt uns vorbei an Lebensstationen großer Literaten und wir gelangen in ein Viertel mit einer ganz eigenen Atmosphäre - die Moldawanka. Wie der Name bereits vermuten lässt, leben hier viele Einwanderer aus Moldawien. Es ist eine Armeleutegegend, die vergleichsweise ländlich wirkt. Wieder auf dem Rückweg ins Stadtzentrum kommen wir zur zentralen Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, der auch in Odessa tiefe Narben hinterließ.

Kiews tausend Jahre Ruhm

Am Abend heißt es Abschied nehmen, bevor uns der Nachtzug in die ukrainische Kapitale bringt. Nach einem ersten Rendezvous mit dem morgendlichen Kiew führen wir Sie durch die mittelalterliche Oberstadt. Die einzigartige Sophienkathedrale (Teil des UNESCO-Weltkulturerbes), die Andreaskirche und das Goldene Tor empfängt Sie mit der Aura fremdländischer Märchen.

Sie werden entlang der Prachtboulevards des modernen Kiews schlendern. Sie lernen den Krešcatik kennen und den Unabhängigkeitsplatz als wichtigsten Schauplatz der sogenannten "Orangen Revolution" im Herbst 2004.

Der nächste Tag gehört der pulsierenden Unterstadt Podil. Im einstigen Wohnhaus von Bulgakow erhalten Sie interessante Einblicke in die Lebens- und Romanwelt des herausragenden Schriftstellers.

In Podil geht es vorbei an historischen Handelshäusern zur traditionsreichen Mohyla-Akademie. Wir besuchen die malerische Eliaskirche nahe des Dnjepr, wo bereits 945 die erste Kirche der Kiewer Rus’ gestanden haben soll. Den Chroniken zufolge wurden hier 988 die Kiewer im Fluss getauft.

Bevor wir uns am nächsten Morgen auf die Heimfahrt begeben, lassen wir den Tag mit delikater ukrainischer Küche ausklingen.

 

Termine und Reisepreise
► Länderinfo Ukraine
► Reiseablauf
► Buchung

 
Termine:
30.04. - 11.05.14       28.05. - 08.06.14
30.07. - 10.08.14       03.09. - 14.09.14
 
pro Person: 2250,- €