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Studienreise nach Montenegro - Landesinformation


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Junger Staat mit Geschichte an der Adria

Nach fast 88 Jahren im politischen Staatenverbund mit Serbien ist Montenegro nach einem Referendum im Jahr 2006 wieder eigenstaatlich geworden. Damit endete die jugoslawische Phase, zuerst mit König und später mit Tito und seinen Nachfolgern.

Bereits zu illyrischen und römischen Zeiten war das Gebiet als Duklja bekannt. Als Zeta wiederum, nach dem gleichnamigen Fluss, wurde die feudale Herrschaft slawischer Stämme zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert bezeichnet. Zeit- und teilweise unterstand das Gebiet serbischen Herrschern, aber auch lokale Machthaber verwalteten es manchmal.

Generell war die montenegrinische Gesellschaft seit dem 15. Jahrhundert und noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein von einem patriarchalischen System bestimmt. Gegen Gegner, wie die Osmanen und Venezianer, hielten die Stämme zusammen, in äußeren Friedenszeiten bekämpfte man sich auch schon mal untereinander.

Mit der Njegoši-Dynastie, die 1797 mit dem Fürstbischof Danilo I. begann, konsolidierte sich das Herrschaftsgebilde erst unter osmanischer Obermacht und seit 1878 als eigenständiges Fürstentum, das dann 1910 unter Nikola I. für ein paar Jahre ein Königreich wurde.

Geschichtlich anders verlief die Entwicklung in der Region um die Bucht von Kotor. Seit dem 15. Jahrhundert stand sie unter der Vorherrschaft Venedigs. Nach einer kurzen französischen Episode und dem Wiener Kongress von 1815 wurde das Gebiet dann der habsburgischen Monarchie bis zum Ende des 1. Weltkrieges unterstellt.

Die dann erfolgte Neuordnung des Balkan-Raumes schuf ein Küste und Gebirge vereintes Montenegro in einem südslawisches Königreich, aus dem dann Jugoslawien hervorging. Auch noch nach dem Zerfall war Montenegro ein Teil davon, einschließlich einer letzten Phase im Staatenverbund Serbien-Montenegro. Der schrittweise Übergang in die Unabhängigkeit ist eng mit Milo Ðukanović verbunden, der die politische Landschaft seit 1991 bestimmte.

Montenegro ist ein Anrainerstaat des adriatischen Meeres. Nördliche Grenzen bildet es mit Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien, südliche mit Albanien und dem Kosovo. Klimatisch ist es dreigeteilt: mediterran an der Küste, submediterran dahinter und subalpin in den Hochgebirgsregionen. Bestimmend für das Hinterland sind die verkarsteten Hochflächen, die bis zur Adria hineinreichen. Diese sind zwar dünnbesiedelt, dafür aber reichlich mit Bäumen bedeckt. Diese dichten Wälder führten wohl auch zur Namensbezeichnung des Gebietes als "Schwarzer Berg". Die außerordentliche geographische Lage Montenegros ist gewiss um ein Vielfaches bedeutender als dessen Größe (annähernd 14.000 km²) und Einwohnerzahl (knapp 700.000).

Die wechselhafte Geschichte des jungen Staates spiegelt sich auch in der ethnisch-konfessionellen Struktur des Landes wieder. Bosnier, slawische Muslime und Albaner bilden größere, regional teilweise dominierende Minderheiten. Führend mit 75% sind aber orthodoxe Slawen, sowohl serbische als auch bei montenegrinische - letztere mit steigenden Anteilen.

Eine mit dem Übergang zur staatlichen Souveränität verbundene Nationsbildung lässt sich in Montenegro gut in situ beobachten - so bei der Sprache und in der Religion. Bereits mit dem Zerfall Jugoslawiens setzten Bestrebungen ein, das Montenegrinische sprachlich zu kodifizieren und es vom Serbischkroatischen bzw. Serbischen abzugrenzen. Diesem Ziel dienten auch Parallelgründungen geisteswissenschaftlicher Institutionen. Eine ähnliche Entwicklung ist auch im kirchlichen Bereich zu verzeichnen. Trotz existierender serbisch-orthodoxer Strukturen erfolgte 1993 die Gründung einer autokephalen montenegrinisch-orthodoxen Kirche als Wiederanknüpfung an frühere Traditionen.

Auf jeden Fall ist aber der Weg in die Europäische Staatengemeinschaft vorgezeichnet und der Euro schon offizielles Zahlungsmittel. Den EU-Kandidatenstatus erlangte Montenegro Ende 2010.

 

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